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Geoeconomics, Geopolitics, and Social Tension

Conference on November 26, 2025,
University of Duisburg-Essen (Campus Duisburg)

Shanghai skyline with people
Social Tension
Shanghai

We look forward to your participation

Attendance is free of charge.

Registration required until 23 November

include your full name, institutional email address, and affiliation

info@cnetrnr.de.

As part of the China in the World Conference Series, the China Competence Network Ruhr Niederrhein (C-NET RNR), in cooperation with CKN Germany, will host a conference on Wednesday, November 26, 2025, from 9:30 a.m. to 2:30 p.m. at the University of Duisburg-Essen, Campus Duisburg.

The event will focus on China as a geoeconomic and geopolitical actor. Under the title “Geoeconomics, Geopolitics, and Social Tension,” the conference will explore the following key questions in a two-part panel discussion:

  • How does the Chinese state use its economic power to achieve geopolitical goals and reshape the global order in line with national interests?
  • How do these developments affect social stability in the People’s Republic of China?
  • What kinds of disruptive dynamics emerge from these processes both internationally and domestically?

The conference language will be English.

Programme

Venue:
University of Duisburg-Essen, NETZ Building,
Carl-Benz-Straße 199,
47057 Duisburg
Campus map (UDE Duisburg) 

09:30 am Arrival & Registration

09:50 am Welcome Address and Introduction
CKN Germany & C-NET RNR

10:00 am Panel 1 
How does the Chinese state use its economic power to achieve geopolitical goals and reshape the global order in line with national interests?

Panelists: Ceren Ergenc (CEPS Brussels), Enrico Fels (CASSIS Bonn), Julia Gurol-Haller (GIGA Hamburg), Markus Taube (IN-EAST Universität Duisburg-Essen)

Chair: Sigrun Abels (CCST TU Berlin)

11:30 am Lunch Break

12:30 pm Panel 2 
How does this geopolitical turn affect social stability in the People’s Republic of China?

Panelists: Monika Arnoštová (IN-EAST Universität Duisburg-Essen), Julia Haske (THGA Bochum), XIAN Peixin (Nankai University Tianjin)

Chair: Susanne Stein (C-NET RNR)

02:00 pm Wrap-Up
Which disruptive dynamics emerge from these processes both internationally and domestically?
All panelists
Chairs: Sigrun Abels (CCST TU Berlin), Susanne Stein (C-NET RNR)

02:30 pm Conference Closing

Panel format:
Each panel features several short input statements (6–8 minutes each, max. 10 minutes), followed by an open discussion with the audience.

China im Wandel der Weltordnung – Einblicke aus Duisburg

Gefördert durch die VolkswagenStiftung und organisiert im Rahmen des an der TU Berlin angesiedelten CKN-Germany-Projekts fand am 26. November 2025 an der Universität Duisburg-Essen der zweite Teil der Conference Series China in the World – Geoeconomics, Geopolitics, and Social Tension statt.

Die Konferenz entfaltete ein vielschichtiges Bild Chinas in einer Phase globaler Umbrüche. Bereits im ersten Panel – moderiert von Sigrun Abels (TUB, China Center) – wurde spürbar, wie eng wirtschaftliche Stärke, innenpolitische Dynamiken und internationale Ambitionen miteinander verwoben sind. Enrico Fels (CASSIS Bonn) zeichnete das Bild eines Staates, der längst nicht mehr nur aufsteigt, sondern aktiv an den Strukturen globaler Ordnung mitarbeitet. Chinas ökonomisches Gewicht, gepaart mit militärischer Modernisierung und institutioneller Expansion, verschiebt Machtbalance und Erwartungen weltweit. Wir benötigen mehr strategische Empathie, um Chinas Machtstreben zu verstehen und als normales Agieren einer aufkommenden Supermacht zu begreifen.

Ceren Ergenc (CEPS Brussels) führte in jene Ebenen ein, die außenpolitische Beobachtende oft übersehen: innere Spannungen, regionale Entwicklungsgefälle und wirtschaftliche Unsicherheiten. Aus ihrer Perspektive ergibt sich Chinas Außenpolitik nicht allein aus geopolitischem Kalkül, sondern aus einem komplexen Geflecht lokaler Interessen und Anpassungszwänge. Initiativen wie die Belt and Road Initiative wirken dadurch zugleich ambitioniert und widersprüchlich.

Markus Taube (IN-EAST Universität Duisburg-Essen) zeigte, dass wirtschaftliche Einflussnahme inzwischen ein zentrales Instrument chinesischer Außenpolitik bildet. Der gezielte Einsatz von Handelsrestriktionen, die Schaffung neuer Institutionen oder das Ausnutzen industrieller Überkapazitäten stehen dabei neben unbeabsichtigten Folgen eines intensiven Provinzwettbewerbs. Die Diskussion nach dem ersten Panel machte deutlich, dass Chinas internationale Wirkung oft weniger Ergebnis eines einzelnen Planes ist, sondern Ausdruck ständigen Reagierens auf innere und äußere Spannungen.

Das zweite Panel – moderiert von Susanne Stein (C-NET RNR) – verlagerte den Fokus auf die gesellschaftlichen Konsequenzen dieser Entwicklungen. Julia Haske (THGA Bochum) beleuchtete den Konflikt zwischen Klimazielen und Energiesicherheit: Regionen wie Shanxi oder die Innere Mongolei hängen in hohem Maß an der Kohleförderung, weshalb China Kohle als strategische Reserve beibehält, obwohl langfristig ein tiefgreifender Wandel notwendig ist. Die Herausforderung liegt darin, Energiepolitik, soziale Stabilität und internationale Verpflichtungen miteinander zu verbinden.

Monika Arnoštová (IN-EAST Universität Duisburg-Essen) vermittelte anschließend ein eindrucksvolles Bild der jungen Generation in China. Hohe Jugendarbeitslosigkeit, begrenzte Aufstiegschancen und wachsender Leistungsdruck prägen eine Generation, die zunehmend alternative Lebens- und Arbeitsmodelle sucht. Phänomene wie „Lying Flat“ oder der zeitweise Rückzug aus dem Arbeitsmarkt zeigen, wie eng wirtschaftliche Unsicherheit und neue soziale Trends miteinander verknüpft sind.

In der abschließenden Diskussion wurde der Blick geweitet. Die Erfahrungen des Ruhrgebiets im Strukturwandel dienten als Vergleichsfolie für die gewaltigen Transformationsprozesse in China. Deutlich wurde, dass erfolgreiche Transformation nur gelingt, wenn wirtschaftliche Perspektiven, soziale Sicherung und politische Planung zusammengedacht werden. Gleichzeitig wurde reflektiert, wie Europa seine eigene strategische Handlungsfähigkeit stärken kann und zwar durch realistische Zielsetzungen, neue internationale Partnerschaften und eine klare Vorstellung der eigenen Interessen.

Am Ende stand die Erkenntnis, dass China und Europa in einer Zeit wachsender globaler Konkurrenz aufeinander angewiesen bleiben. Beide Seiten müssen zugleich voneinander lernen und eigene Wege entwickeln, um die Herausforderungen einer sich rasant verändernden Welt politisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich zu bewältigen.