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VCdH-Quartalstreffen in Kiel – Forschungssicherheit und neue Kooperationsformate im Fokus
Wie geht der Verbund mit öffentlicher Aufmerksamkeit für Forschungssicherheit um, und wie lässt sich das in den Regio-China-Projekten erarbeitete Wissen über die einzelnen Standorte hinaus sichern? Mit diesen Leitfragen befasste sich das zweite Quartalstreffen 2026 des Verbunds der China-Zentren an deutschen Hochschulen (VCdH), das am 1. Juli 2026 auf Einladung des Chinazentrums der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel stattfand. Vertreterinnen und Vertreter zahlreicher Mitgliedsuniversitäten kamen in Präsenz und online zusammen.
Ein zentrales Thema war der Umgang mit Presseanfragen im Zusammenhang mit dem CISPA-Fall zur Forschungssicherheit. Der Verbund einigte sich darauf, eine gemeinsame Stellungnahme des VCdH zu erarbeiten; eine eigens gegründete Arbeitsgruppe bereitet dazu einen Text vor, der beim nächsten Quartalstreffen in Würzburg im September abgestimmt werden soll.
Die teilnehmenden Hochschulen berichteten zudem über zahlreiche laufende Aktivitäten: Dazu zählten Abschlussveranstaltungen und -konferenzen mehrerer Regio-China-Projekte, sowie neue Austauschformate wie das „ChiKoN Meet and Learn: Fallreflexion Wissenssicherheit“. Weiterhin unklar ist, wie es nach dem Ende der kostenneutralen Verlängerungen mit den Regio-China-Projekten weitergeht – von BMFTR und DAAD liegt dazu bislang keine Rückmeldung vor. Der VCdH prüft daher, wie das in den Projekten erarbeitete Wissen und die Ergebnisse gesichert und über den Verbund hinaus breiter zugänglich gemacht werden können.
Einen weiteren Schwerpunkt bildete ein von Linus Schlüter (Uni Jena) vorgestellter Bericht zur Karriereentwicklung chinesischer Rückkehrer:innen aus dem Ausland, der auf einer Auswertung von Daten der Plattform Zhaopin aus dem Jahr 2022 basiert. Im Mittelpunkt stand eine breite Datenauswertung zur internationalen Mobilität chinesischer Studierender: Welche Länder als Studienziele bevorzugt werden, wie sich die Studierenden ihren Auslandsaufenthalt finanzieren und welche Fächer sie je nach Zielland vorrangig wählen. In der anschließenden Diskussion wurde ergänzt, dass Deutschland unter den nicht-englischsprachigen Zielländern weiterhin an erster Stelle steht und sich die Studierendenzahlen laut aktuellem DAAD-Länderbericht nach der Pandemie wieder auf Vorkrisenniveau eingependelt haben.
Als neues gemeinsames Forschungsvorhaben stellte Sigrun Abels (TU Berlin) das Projekt „SPECTRA – Sino-German Perception and Exchange in Culture, Technology, Research & Academia“ vor, das die deutsch-chinesische Wahrnehmungsdynamik anhand langjähriger Austauschdaten untersuchen soll. Für das im Aufbau befindliche Forschungskonsortium unter Federführung von TU Berlin und Nankai-Universität haben bereits mehrere Standorte Interesse bekundet. Weitere Tagesordnungspunkte waren unter anderem eine mögliche Beteiligung an Horizon-Europe-Ausschreibungen.
Das dritte Quartalstreffen des Netzwerks findet am 29. September 2026 in Würzburg statt.
